HOHE GÄSTE IM CHORAL TEMPEL
Die Jüdische Kultusgemeinde in Bukarest hat uns eine unerwartete und willkommene Überraschung gemacht. Sie hat uns für Freitag, den 22. Juli 2005 im Choral Tempel zu einer qualitätsvollen Aufführung eingeladen-Der Wiener Jüdischer Chor war gekommen um uns die Seelen zu erwärmen, und es ist ihm mehr als nur das gelungen.
Dieser Sommer - so verschlungen was das Klima und besonders das Menschliche betrifft - hat eine grosse Enttäuschung, besonders für die Älteren bedeutet: Regen, Tornados, Gewitter, Überschwemmungen haben Dörfer weggeschwemmt, Häuser zerstört, und damit viel Unglück und Schmerz, besonders für die Älteren gebracht..
Das alles wurde gleichzeitig von einer Terrorwelle begleitet, die unschuldiges Leben vernichtet und das menschliche Klima mit Schrecken und Verzweiflung ergänzt hat..
In diesen Augenblicken hatten wir das Glück, dass dieser Wiener Jüdische Chor uns besucht hat und es ist ihm durch seine Anwesenheit und sein Programm in grossen Ausmass gelungen, uns die Angst, die Verzweiflung und den Pessimismus wegzujagen. Mit einem Wort, dieses Ereignis war genau das, was unsere Gemeinde jetzt gebraucht hat, die hauptsächlich aus Menschen des „dritten Alters“( Anmerkung derÜbersetzerin: soll bedeuten alten Menschen) besteht, denen der Optimismus und die Zuversicht genau so wichtig sind wie die Luft die sie atmen. Dem Konzert ist es gelungen für sie ein Balsam auf der Seele zu sein.
Die Menschen haben das wahrscheinlich gespürt und sind zahlreich gekommen und haben den Tempel, unser herrliches Gebethaus, gefüllt.
Um auf dieses Wiener Ensemble, bestehend aus Juden und Nichtjuden, zurückzukommen, ist es erstaunlich zu erfahren ,dass in einem Land in dem während der Besetzung und durch das Grauen des Hitlerismus in Lagern und durch organisierte Morde mehr als 90% der grossen Zahl der Juden in den Jahren 1938-1940 vernichtet oder vertrieben wurden, es noch Menschen wie Dr.Timothy Smolka gibt, der im Jahr 1989 diesen Chor gegründet hat.
Er ist auch dessen Obmann und zusammen mit dem Dirigenten Lev Vernik hat er im Geiste der Interkulturalität diesen unabhängigen Verein gegründet und ihn bis zum 15.ten Jahrestag gebracht.
Bei dieser Gelegenheit haben sie uns mit ihrem Besuch beehrt, um uns das wunderbare Konzert zu schenken, das wir miterlebt haben.
Auch wir, die Juden aus Rumänien haben uns überzeugt ,dass es noch heute in Österreich Menschen gibt, Juden und Nichtjuden, die ihre Aufgabe kennen und welche durch Interkulturalität und guten Willen imstande sind uns das Leben schöner zu machen..
In diesem Zusammenhang dürfen wir nicht vergessen, dass das musikalische Leben in Österreich z. B. die Wiener Staatsoper, seit vielen Jahren von Ioan Holender angeführt wird, von einer österreichischen Persönlichkeit , die weltberühmt ist.. Dieser wunderbare rumänische Jude ist für ewig in Timisoara , seine Geburtstadt verliebt. So weit wir wissen, ist er nicht vom Leben der Österreichischen Juden und insbesondere von deren künstlerischen Aktivitäten entfernt.
So hat diese Vorstellung unsere Erwartungen an Qualität erfüllt , und wir wurden nicht enttäuscht.
Das Programm hatte zwei Teile: Die Chor Musik und die volkstümliche Musik, dargebracht von einer kleinen, aber wunderbaren Formation von Klezmer- Musikern.
Der musikalische Leiter und Dirigent des Chores, Roman Grinberg hat ein sehr vielfältiges Programm zusammengestellt. Er hat meisterhaft und mit besonderem Charisma, das Prinzip des wohlbekannten musikalischen Genies der österreichischen Musik, Gustav Mahler erfüllt., der gesagt hatte „Der grösste Teil der Musik besteht nicht in den Noten, sondern im Herzen und im Gefühl. Dieses Gemisch zusammen mit dem Ton, vervollständigen und kultivieren das Leben.“
Die Interpretation war von hohem künstlerischem Niveau und von einer berauschenden szenischen Bewegung, insbesondere der Solisten.
Wer wird sie Miriam Silber vergessen können, schön, voller Leben und menschlicher Wärme mit einer wunderschönen Sopran Kolloratur, mit „wellenhaften“ Bewegungen, die dich auf die Flügel der interpretierten Melodie führten. Welcher Zuschauer hat sich nicht, , bald fröhlich, bald in zärtliche Erinnerungen vertieft, bald von dem sprechenden jugendlichen Elan gerührt gefühlt?
Die Melodie, die am meisten „erobert hat“ (gefallen hat) war „Huljet Kinderlach“.
Und so, haben wir Lieder mit fröhlichen Geschichten und Leiden,mit Hoffnung und Zärtlichkeit, Melancholie und Extase der Revolte („Es brennt „) hörend ,zwei Stunden voller Entzücken verbracht. Wir haben unser Alter, die Sorgen, die Krankheiten vergessen. Wir haben uns jünger gefühlt, voller Hoffnung und vielleicht sogar glücklich.
Diesem Chor, der aus Personen verschiedenen Alters besteht, ist es gelungen uns optimistischer zu machen und über das Grau des täglichen Lebens hinwegzukommen.
Am Ende des Konzertes war es mir wichtig, dem Herrn Timothy Smolka, dem Obmann dieses Chores und dem Herrn Roman Grinberg, dem künstlerischen und musikalischen Leiter, in deren Sprache zu gratulieren, dem süssen österreichischen Deutsch, welches ich von meinem Grossvater und Vater gelernt habe.
Dieser Artikel wurde in rumänischer Sprache für die Zeitung „Ultima ora“ in Israel verfasst. Wir beliessen die Sprache weitgehend nah am Original, besser gesagt Übersetzerin Daisy Golden (vielen Dank, hut ab, Chapeau) liess es...
Artikel von Adina Beimisch für "Ultima ora"
Übersetzung: Daisy Golden für "die jüdische" August 2005
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